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Freitag, 24. August 2018

Balkan TET 2018: Tag 8: Aste Bar Valbona Valley National Park

Balkan TET 2018: Tag 8: Aste Bar


 Am Morgen hängen zwar immer noch viele Wolken in den Bergen fest, aber es ist trocken und die Sonne scheint immer wieder.

Also erst mal Frühstück mit Aussicht.
In unmittelbarer Nähe zu unserer Unterkunft befindet sich der Valbona Nationalpark, eine Sackgasse, die entlang der Grenze zum Kosovo in die Berge führt. Davon hatte ich schon einige nette Videos gesehen. Da die Fähre erst um 13 Uhr ablegt, will ich noch ein bisschen das Flusstal erkunden. Meine Mitfahrer wollen lieber auf dem Balkon in der Sonne sitzen und Kühe anschauen.
Also breche ich alleine auf. Ich verlasse die tolle Unterkunft, von der aus ich gerne noch einige Touren unternommen hätte. Aber das Wetter spielt nicht mit.
Auf in die Berge
Über Bajram Curr geht es Flussaufwärts in den Nationalpark. Durch die Schneeschmelze ist der Fluss schon recht ordentlich gefüllt und donnert teilweise durch die Schlucht.

Auch hier mangelt es nicht an Tieren auf der Fahrbahn. Und so schlängle ich mich durch Kühe...
... und Ziegen.
 Angekommen im Valbona Valley National Park sieht man ab und zu einige Wanderer und Fahrzeuge.

In den Felsen entdeckt man immer wieder diverse Bunker. Hauptsächlich diese kleinen Einmannbunker, die überall in Albanien an den Straßen stehen.

Dann endet die Straße und es geht in das teileweise mehrere hundert Meter breite Flussbett. Ich folge einer Fahrzeugfahrspur, auf der der Kies einigermaßen verdichtet ist. Im losen Kies sinken die Räder schnell ein und die Fuhre beginnt zu schlingern. Der Fluss teilt sich in mehrere parallele Arme auf, die sich bequem mit der CRF durchqueren lassen.

Während ich meine Fotos mache, kommen 3 einheimische Wanderer vorbei. Einer hat lange in Deutschland gewohnt und schwärmt davon, wie schön es dort ist. Ich zeige auf die Berge rundum und lobe Albanien. So hat jeder seine Traumziele.
Sobald der Motor aus ist, hört man nur noch das plätschern des Wassers.


Gerne wäre ich weiter gefahren, bis es nicht mehr weiter geht. Auf den Wanderschildern war schon Theth ausgeschildert. Nur 4,5 Stunden wandern.
Aber ich muss ja zur Fähre und kann nicht einschätzen, wie lang ich wirklich dahin brauche.
Ging schneller als ich dachte. 50 min zu früh stehe ich am Anleger. Ein kleiner Junge kauft Tickets für den Harbour-Fee zu ein Euro. Wenn ich es richtig mitbekommen habe, war das wohl auch wieder Betrug..
Endlich kommen meine Begleiter und wir fahren auf das Schiff.
Regelmäßig strömt durch die Schluchten kalte Luft auf den See und bildet Nebelschleier über dem Wasser, schön anzusehen.
Der alte Schiffsdiesel startet. Wir fahren an der alten, ausgebrannten Fähre vorbei über den See.
Eine handvoll Autos, 4 Motorräder und jede Menge Backpacker sind an Bord.
Noch gibt es ein Straße
Es ist schon imposant, wie das Schiff zwischen den hohen Bergen hindurch fährt. Ständig fährt man auf die Felsen zu, bis sich langsam die schmale Passage zum nächsten Teilstück des Sees öffnet.
Und dann taucht in einer Schlucht plötzlich die andere Fähre mit Katja und Torsten auf.


Die Fähre ist deutlich größer als unsere, da wird einem erst mal klar, wie hoch die Berge rundum sind.



Leider zieht sich der Himmel langsam zu und es beginnt zu nieseln. Schnell bin ich allein auf dem Oberdeck.

In den Bergen und am Ufer sieht man immer wieder Häuser und kleine Dörfer, die über Straßen nicht zu erreichen sind. Schmale Pfade führen zum Ufer, wo kleine Boote vertäut sind. 2 Mal kommen diese Boote lägstseits und bringen Passagiere an Bord, die mit der Fähre in die Stadt fahren.


Dann erreicht die Fähre die südliche Staumauer. Wir legen an und in die Lücke zwischen Boot und Straße wird ein Baumstamm geworfen, damit die Autos nicht aufsetzen. Durch einen engen dunklen Tunnel geht es auf die Rückseite der Staumauer und dann Richtung Shkodra.
Jonathan muss dringend Tanken, aber wir haben kaum noch passendes Bargeld. Nach etlichen Versuchen finden wir eine Tankstelle mit einem Schild, dass Kartenzahlung möglich ist. Sicherheitshalber fragen wir noch mal nach. NACHDEM wir angefangen haben zu tanken fällt dem Tankwart ein, dass er wohl doch keine Karten akzeptiert. Wahrscheinlich will er beim Umtausch betrügen. Wir brechen den Tankvorgang ab und geben ihm unsere letzten Münzen. Dann tanken wir halt in Montenegro.

Ich habe seit dem Frühstück nichts mehr gegessen und mein Wasser ist auch alle. Der knurrende Magen drückt meine Stimmung, wahrscheinlich sehr zur Freude meiner Reisebegleiter. Aber irgendwie finden wir nichts, wo wir uns willkommen fühlen und es WLAN für die Unterkunftsuche gibt.

Wir durchqueren Shkodra und sehen am Seeausgang die riesigen Fischernetze im Fluss. Ich habe Hunger.

Einige Kilometer vor der Grenze stehen wir im Stau. Autos, Busse, LKW, alle wollen nach Montenegro. Angesichts der vielen Buden und Markstände entlang der Straße scheint das hier normal zu sein. Wir überlegen uns nach vorne durch zu Mogeln, auch ein Verkäufer rät uns dazu. Kurz vor dem Zollgebäude kommt ein Grenzer auf uns zu und schickt uns zum Fußgängerübergang. Also fahren wir quer durch das Gebäude mit den Motorrädern durch einen schmalen Gang erst zum Ausreiseschalter und dann zum Einreiseschalter.

In Montenegro finden wir schnell eine Tanke mit Cafe und WLAN. Während ich auf unsere Cappuccinos warte schließt mich ein ca. 70jähriger in sein Herz. Ein Gast übersetzt, dass er mit seinem Chopper hier ist und öfter Touren in die Berge macht. Er möchte mit mir die Moppeds tauschen und zeigt auf einen 250er Chinachopper mit viel verchromtem Plastik. Schweren Herzens lehne ich ab. ;-)

Im Netz finden wir eine bezahlbare Unterkunft am Mittelmeer nahe der Stadt Bar. Auf den letzten Metern geht es über einen extrem steilen Betonweg runter zum Meer. Wenn man hier mit einer Enduro fester bremst, geht die Kiste vorne rüber. Wir stehen in der richtigen Straße, können aber kein Schild oder ähnliches entdecken. Ein Anwohner, der gerade den Müll rausbringt spricht uns an. Wie sich rausstellt ist er der Bruder unseres Vermieters, das Apartment liegt 2 Straßen weiter oben. Da sein Bruder gerade unterwegs ist, sollen wir uns erst mal auf seine Terrasse setzen, er wird sich um alles kümmern. "No Problem", das hört man gerne und die Terrasse ist toll.
Er erklärt uns, das die Saison noch lange nicht begonnen hat und noch niemand mit Gästen rechnet, sein Bruder hatte unsere kurzfristige Buchung noch gar nicht mitbekommen.
Sein Vorschlag: Wir bekommen seine große (und deutlich teurer) Ferienwohnung zum Kurs des Apartments und müssen nicht mehr warten. Hausher und Hund sind uns sympathisch, die FeWo ist toll, wir bleiben. Ein Restaurant gibt es in der Nähe leider nicht. Da ein Gewitter aufzieht fahren wir nur zum nächsten Einkaufsladen und holen uns was für das Abendbrot. Einkaufen mit großem Hunger, dass bedeutet, die Ladekapazitäten des Mopped werden zu 120% ausgeschöpft.

Als wir wieder in den steilen Weg zur FeWo einbiegen zucken bereits die Blitze über den Himmel.

Wir stellen die Moppeds im Carport ab und werden auf den letzten Metern noch nass.

Auf dem Überdachten Balkon genießen wir unser Abendessen, während es aus Kübeln schüttet und unter uns die Brandung in die Felsen donnert.
Endlich was in den Magen.
Der Rakjia in Hanjos Tasche ist trotz Panzerband undicht geworden. Auch wenn ich eigentlich für solches Zeug nicht zu haben bin, suchen wir uns 3 "Pinnchen" zusammen. Wenn ein solcher Abend kein Anlass ist...

Wir planen für den nächsten Tag. Wenn unser Vermieter mitspielt, wollen wir einen Tag länger bleiben, und uns ohne Gepäck Kotor und den Lovcen anschauen, bevor es endgültig auf den Heimweg geht.




Tag 7:
Tag 9:

Samstag, 28. Juli 2018

Mondfahrt

Mondfahrt


Endlich mal eine Mondfinsternis, für die man nicht morgens um 3 aufstehen muss, um dann festzustellen, dass alles bewölkt ist.

Wir wohnen auf nem Berg, Sicht nach Südost ist einigermaßen gegeben, also geht es mit Frau, Kindern und Hund aufs Feld gegenüber. Stativ, Klapptisch und Spiegelteleskop sind auch dabei. Nur der Mond ist noch nicht zu sehen...
Ist wohl noch zu hell. Dafür steht die Kreisstraße hier oben komplett mit Autos zu, die alle den Blutmond sehen wollen.
Dann kann man ihn am Himmel erahnen...
Also warten auf die Dunelheit..
 Der Mars ist deutlich heller zu sehen.
22h30, die ISS rast durch die Langzeitbelichtung
Fernblick über Iserlohn Richtung Ostwestfalen
 Erst nachdem der Mond aus dem Kernschatten austritt, schafft der Autofokus es, den Mond scharf zu stellen.
 Auch der Blick nach oben lohnt sich...
Langsam schafft es der Mond die Wiese zu beleuchten.
 Eine Einstellung, 2 Belichtungszeiten. Mal sicht man die helle, mal die dunkle Seite
 Und mit dem Spiegelteleskop hatten wir auch Spaß.
 Mit den Langzeitbelichtungen wollen Tochter und ich demnächst auch mal rumspielen.





Freitag, 13. Juli 2018

Balkan TET 2018: Tag 7: Boga Aste

Balkan TET 2018: Tag 7: Boga Aste


Am Morgen hat sich das Gewitter verzogen.
Draußen ist es noch ruhig. Auf der Straße ziehen ein paar Schweine und ein Pferdekarren am Haus vorbei.
Erstes Highlight des Tages ist ein Filterkaffee von Katja und Torsten. Endlich mal trinken ohne zu kauen.

Nach einem einfachen Frühstück mit Eiern, selbstgemachtem, sehr kräftigem Schafskäse und Honig soll es weitergehen. Wir verabschieden uns von Katja und Torsten und wollen bezahlen. Leider ruft Joseph einen unverschämten Preis auf. Für das muffige Kellerzimmer mit den unbequemen Betten sollen wir einen Preis zahlen, für das man hier ein gehobenes Hotel mit Pool und Buffet bekommt. Als wir versuchen unseren Ärger zu erläutern heißt es nur: "Alemania Tourist, no Debatt". Wir zahlen eine etwas geringere Summe als gefordert und verlassen ziemlich angepisst das Gelände.
Blick auf den Shkodra-See
Kurze Pause in der heißen Stadt
Wir fahren aus den Bergen zurück Richtung Shkodra. An der Stadt führt leider kein Weg vorbei. Außerdem braucht Jonathan Bargeld. Tanken ist selbst an der Hauptstraße ein Problem, wenn man mit Karte zahlen möchte. Zwar steht überall ein Schild, das dies möglich ist, aber mal ist angeblich das Internet kaputt oder es gibt gar kein Kartenlesegerät.


Danach wollen wir über Straße Richtung Grenze zum Kosovo. Eigentlich wollten wir mit der Fähre über den Koman-See fahren, aber dann hätten wir schon um 9Uhr am Anleger sein müssen. Das war nicht zu schaffen. Also geht raus aus der Stadt und hoch in die Berge. Schon nach wenigen Kilometern sind die Straßen leer und wir schrauben uns Kurve um Kurve Richtung Fierza.
Immer am Hang lang
Unterwegs entdecke ich einen kleinen Spielplatz am Straßenrand. Da Hanjo von seinem Sturz am Vorabend ein wenig Knie hat, sind wir nur auf Straße unterwegs. Da müssen wir uns halt hier austoben...
Endurospielplatz



Immer wieder fangen sich dunkle Wolken an den Bergen, bei den Pausen hören wir den Donner. Aber die Straße führt uns immer durch die trockenen Regionen.

Ab und zu zweigt eine kleine Piste zu ein paar Häusern ab. Als wir an zwei Grundschulkindern auf dem Heimweg von der Schule vorbei kommen, wird mir bewusst, dass der letzte Abzweig schon einige Kilometer zurück liegt. Und bis zur nächsten Stadt mit Schule sind es noch mal etliche Kilometer.
Für uns eine Traumstraße, für andere der Schulweg
So geht es am Berghang entlang. Kurve folgt auf Kurve. Über 100km am Stück. Immer öfter sieht man den Stausee, bis wir schließlich die Serpentinen entlang der Staumauer absteigen.
Wir sind relativ früh in Fierza und beschließen, uns noch den Fähranleger anzusehen und die Abfahrtzeiten zu checken. Leider ist niemand da, wir schreiben uns aber die Telefonnummer auf.

Dann geht es zur Unterkunft. Die Strße führt vorbei an einigen semiprofessionellen Minen, an denen das Erz direkt an die Hauptstraße geschafft wird.

Kurz vorm Ziel erwischt es uns dann doch. Wir ziehen noch schnell unsere Regensachen an, ein wenig nass bin ich trotzdem. Ingesammt sind wir ca. 220km gefahren, davon nurwenige geradeaus.

Weg vorm Haus mit Bach
In Aste suchen wir unsere Unterkunft. Als wir vor der Moschee anhalten um die Karte zu studieren steht ein alter  Mann mit Regenschirm von der Bank auf, schüttelt unsere Hände und sagt seinen Namen. Erst nach einer Weile realisieren wir, dass er uns weder in eine dunkle Gasse führen, noch ein Zimmer vermitteln will.Er ist unser Vermieter ist. Keine Ahnung wie lange er auf uns gewartet hat. Das Haus ist nur hundert Meter entfernt, wir parken auf einem schmalen Weg davor.

Enduroparkplatz
Der kleine Bach zwischen Weg und Haus ist durch den Regen gut gefüllt. Über einen kurzen Holzsteg geht es über den Bach zum Haus. Der Eingang für die Gästezimmer ist im ersten Stock. Dort stehen schon Pantoffeln für uns bereit, die im Haus getragen werden sollen. Also raus aus den triefenden Regenklamotten und den nassen Stiefeln.

Zimmer, Bad und vor allem die Betten sind prima. Außerdem gibt es einen gemütlichen
Aufenthaltsraum mit Sofa und Balkon. Selbst die Aussicht aus dem Klofenster auf die Schneebedekten Berge ist toll. Nur das Wetter ist doof.

Unser Vermieter ist sehr freundlich aber sehr ruhig. Wir ordern das Abendessen und fragen nach einem Bier. Da dies ein muslimisches Haus ist, hat er keins im Haus, sondern holt es schnell vom nächsten Laden.


Während wir uns frisch machen, lässt der Regen nach und ich setze mich auf den Balkon. Einige Kühe ziehen an den Moppeds vorbei, die Jungs, die die Kühe hüten bestaunen unsere Moppeds.


Abendbrot
Das leckere Essen wird noch getoppt von der Aussicht im Esszimmer. Bei gutem Wetter würde ich ich wohl nur aus dem Fenster starren.

Nach dem Essen geht es kurz in den Ort, ein paar Getränke und Wurst kaufen. Da wegen des Regens mal wieder der Strom ausgefalllen ist, wird mit der Taschenlampe der Kühlschrank beleuchtet und der Kassenbon mit dem Kuli geschrieben.

Sicht aus dem Klofenster
Kerzenschein bei Stromausfall
Immer wieder fällt der Strom und damit auch das flotte WLAN aus. Also planen wir den nächsten Tag bei Kerzenlicht.

Der Wetterbericht für die nächsten Tage ist in den Bergen alles andere als gut. Daher wollen wir mit der Fähre über den Koman-See wieder Richtung Küste fahren. Dann kann sich Hanjos Knie noch etwas vom Sturz erholen. Wir reservieren telefonisch 3 Plätze für die 13Uhr-Fähre, Torsten und Katja sind zeitgleich in Gegenrichtung unterwegs. Da können wir ja winken.

Dann geht es früh ins Bett, die letzten Tage waren anstrengend.

Tag 6:
Tag 8:

Montag, 9. Juli 2018

Michelin Anakee Wild: 5000km Review

Michelin Anakee Wild: 5000km Review


So, 25000km standen Donnerstag auf dem Tacho der CRF. Das heißt, dass der Wild in unter 3 Monaten schon 5000km geschafft hat.

Also wieder Zeit für eine Profiltiefenschätzung:

An der ungünstigsten Stelle sind vorne noch 5mm und hinten noch 4mm übrig. An den Seiten sind es noch einige mehr.

Früher, als Deutschland noch an WM-Spielen teilnahm, war ich mit dem Vortrieb im Schlamm noch ganz zufrieden, bei zu viel Gas bricht der Reifen leicht zur Seite aus. Neu war das definitiv besser.

Trotzdem gilt weiterhin die Aussage: Bester Reifen, den ich auf der CRF bisher hatte!

Zum Vergleich, der K60 hatte bei gleicher Laufleistung nur noch 1,5mm am Hinterrad. Und der war nicht mit Gepäck hunderte Kilometer durch scharfkantiges Felsgeröll gequält worden.

Manchen Profilblöcken sieht man die Strapazen an. Aber noch keine Risse, die einem Sorgen machen würden. Ansonsten gelten alle Erfahrungen, die schon auf der Reifenseite aufgeführt sind.