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Freitag, 13. Juli 2018

Balkan TET 2018: Tag 7: Boga Aste

Balkan TET 2018: Tag 7: Boga Aste


Am Morgen hat sich das Gewitter verzogen.
Draußen ist es noch ruhig. Auf der Straße ziehen ein paar Schweine und ein Pferdekarren am Haus vorbei.
Erstes Highlight des Tages ist ein Filterkaffee von Katja und Torsten. Endlich mal trinken ohne zu kauen.

Nach einem einfachen Frühstück mit Eiern, selbstgemachtem, sehr kräftigem Schafskäse und Honig soll es weitergehen. Wir verabschieden uns von Katja und Torsten und wollen bezahlen. Leider ruft Joseph einen unverschämten Preis auf. Für das muffige Kellerzimmer mit den unbequemen Betten sollen wir einen Preis zahlen, für das man hier ein gehobenes Hotel mit Pool und Buffet bekommt. Als wir versuchen unseren Ärger zu erläutern heißt es nur: "Alemania Tourist, no Debatt". Wir zahlen eine etwas geringere Summe als gefordert und verlassen ziemlich angepisst das Gelände.
Blick auf den Shkodra-See
Kurze Pause in der heißen Stadt
Wir fahren aus den Bergen zurück Richtung Shkodra. An der Stadt führt leider kein Weg vorbei. Außerdem braucht Jonathan Bargeld. Tanken ist selbst an der Hauptstraße ein Problem, wenn man mit Karte zahlen möchte. Zwar steht überall ein Schild, das dies möglich ist, aber mal ist angeblich das Internet kaputt oder es gibt gar kein Kartenlesegerät.


Danach wollen wir über Straße Richtung Grenze zum Kosovo. Eigentlich wollten wir mit der Fähre über den Koman-See fahren, aber dann hätten wir schon um 9Uhr am Anleger sein müssen. Das war nicht zu schaffen. Also geht raus aus der Stadt und hoch in die Berge. Schon nach wenigen Kilometern sind die Straßen leer und wir schrauben uns Kurve um Kurve Richtung Fierza.
Immer am Hang lang
Unterwegs entdecke ich einen kleinen Spielplatz am Straßenrand. Da Hanjo von seinem Sturz am Vorabend ein wenig Knie hat, sind wir nur auf Straße unterwegs. Da müssen wir uns halt hier austoben...
Endurospielplatz



Immer wieder fangen sich dunkle Wolken an den Bergen, bei den Pausen hören wir den Donner. Aber die Straße führt uns immer durch die trockenen Regionen.

Ab und zu zweigt eine kleine Piste zu ein paar Häusern ab. Als wir an zwei Grundschulkindern auf dem Heimweg von der Schule vorbei kommen, wird mir bewusst, dass der letzte Abzweig schon einige Kilometer zurück liegt. Und bis zur nächsten Stadt mit Schule sind es noch mal etliche Kilometer.
Für uns eine Traumstraße, für andere der Schulweg
So geht es am Berghang entlang. Kurve folgt auf Kurve. Über 100km am Stück. Immer öfter sieht man den Stausee, bis wir schließlich die Serpentinen entlang der Staumauer absteigen.
Wir sind relativ früh in Fierza und beschließen, uns noch den Fähranleger anzusehen und die Abfahrtzeiten zu checken. Leider ist niemand da, wir schreiben uns aber die Telefonnummer auf.

Dann geht es zur Unterkunft. Die Strße führt vorbei an einigen semiprofessionellen Minen, an denen das Erz direkt an die Hauptstraße geschafft wird.

Kurz vorm Ziel erwischt es uns dann doch. Wir ziehen noch schnell unsere Regensachen an, ein wenig nass bin ich trotzdem. Ingesammt sind wir ca. 220km gefahren, davon nurwenige geradeaus.

Weg vorm Haus mit Bach
In Aste suchen wir unsere Unterkunft. Als wir vor der Moschee anhalten um die Karte zu studieren steht ein alter  Mann mit Regenschirm von der Bank auf, schüttelt unsere Hände und sagt seinen Namen. Erst nach einer Weile realisieren wir, dass er uns weder in eine dunkle Gasse führen, noch ein Zimmer vermitteln will.Er ist unser Vermieter ist. Keine Ahnung wie lange er auf uns gewartet hat. Das Haus ist nur hundert Meter entfernt, wir parken auf einem schmalen Weg davor.

Enduroparkplatz
Der kleine Bach zwischen Weg und Haus ist durch den Regen gut gefüllt. Über einen kurzen Holzsteg geht es über den Bach zum Haus. Der Eingang für die Gästezimmer ist im ersten Stock. Dort stehen schon Pantoffeln für uns bereit, die im Haus getragen werden sollen. Also raus aus den triefenden Regenklamotten und den nassen Stiefeln.

Zimmer, Bad und vor allem die Betten sind prima. Außerdem gibt es einen gemütlichen
Aufenthaltsraum mit Sofa und Balkon. Selbst die Aussicht aus dem Klofenster auf die Schneebedekten Berge ist toll. Nur das Wetter ist doof.

Unser Vermieter ist sehr freundlich aber sehr ruhig. Wir ordern das Abendessen und fragen nach einem Bier. Da dies ein muslimisches Haus ist, hat er keins im Haus, sondern holt es schnell vom nächsten Laden.


Während wir uns frisch machen, lässt der Regen nach und ich setze mich auf den Balkon. Einige Kühe ziehen an den Moppeds vorbei, die Jungs, die die Kühe hüten bestaunen unsere Moppeds.


Abendbrot
Das leckere Essen wird noch getoppt von der Aussicht im Esszimmer. Bei gutem Wetter würde ich ich wohl nur aus dem Fenster starren.

Nach dem Essen geht es kurz in den Ort, ein paar Getränke und Wurst kaufen. Da wegen des Regens mal wieder der Strom ausgefalllen ist, wird mit der Taschenlampe der Kühlschrank beleuchtet und der Kassenbon mit dem Kuli geschrieben.

Sicht aus dem Klofenster
Kerzenschein bei Stromausfall
Immer wieder fällt der Strom und damit auch das flotte WLAN aus. Also planen wir den nächsten Tag bei Kerzenlicht.

Der Wetterbericht für die nächsten Tage ist in den Bergen alles andere als gut. Daher wollen wir mit der Fähre über den Koman-See wieder Richtung Küste fahren. Dann kann sich Hanjos Knie noch etwas vom Sturz erholen. Wir reservieren telefonisch 3 Plätze für die 13Uhr-Fähre, Torsten und Katja sind zeitgleich in Gegenrichtung unterwegs. Da können wir ja winken.

Dann geht es früh ins Bett, die letzten Tage waren anstrengend.

Tag 6:

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