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Dienstag, 4. Dezember 2018

Endurotraining in Voßwinkel

Endurotraining in Voßwinkel

 
Schon seit Ewigkeiten will ich mal an einem Endurotraining teilnehmen. Aber erst nach einem Hinweis im CRF-Forum bin ich auf einen Anbieter in der Nähe gestoßen, der für einen brauchbaren Preis ein individuelles Training anbietet. Mein Arbeitskollege Jürgen war auch sofort interessiert und so ging es im September ab nach Vosswinkel. Die 40min Anreise hab ich mit der CRF gemacht.

Ungeplantes CRF-Treffen
Nachdem wir Jürgens Beta vom Anhänger geladen haben, kommt noch eine zweite CRF zum Training. Noch schnell Spiegel abgebaut, kurze Einweisung von Peter unserem Trainer und dann geht es auf das Gelände hinter der Moto-Cross-Strecke. Jeder soll kurz seine Erwartungen an das Training mitteilen, damit später darauf eingegangen werden kann.
Die Gruppe ist bunt gemischt. Von einer 125er Yamaha, 250er KLX und CRF über die 300er 2Takt Beta und einige SWMs waren einige Leichtgewichte am Start. Aber auch diverse BMWs von 650 bis 1200ccm auf Straßenreifen.

Erst mal machten wir alle die gleichen Grundübungen. Stehenfahren, Körperhaltung, leichte Auf und Abfahrten usw. Bei mir wird sofort moniert, dass ich nicht richtig stehe der Lenker ist einfach zu tief.  Ziemlich schnell tun mir die Handgelenke weh, bis mir gesagt wird, das ich mich auf dem Lenker gar nicht aufstützen soll. Knieschluss am Tank und den Lenker nur führen. Sofort fährt es sich viel besser. Das hab ich jahrelang falsch gemacht...
Nach und nach konnte jeder nach Gefühl schneller werden. Zwischendurch habe ich dann mal mit Jürgen die Moppeds getauscht.
Die 300er Zweitakt-Beta geht ab einer gewissen Drehzahl deutlich besser als die CRF und beim Beschleunigen nach der Kehre muss ich mir Mühe geben, das Vorderrad wieder auf den Boden zu bekommen. Auch im Hang ist es schwerer, das Hinterrad ohne Durchdrehen zu dosieren. Tolles Bike, interessante Erfahrung.

Mittags essen wir einen Happen im Vereinsheim und schauen uns von der Dachterasse an, wie die Crosser über die Hügel fliegen und Staub aufwirbeln.

Die Cross-Strecke
Macht auch mit 3mm noch was her: Anakee Wild
Auch bei Ross und Reiter hat der Staub seine Spuren hinterlassen. Die Strecke ist so trocken, dass ich auch mit dem abgefahrenen Anakee Wild keine Traktionsprobleme habe.

Weiter geht es in den Endurobereich. Hier sind einige Hindernisse verbaut und es gibt einen winzigen Rundkurs.

Über die Reifen kommen wir mit unseren Moppeds nicht. Selbst Peters 125er Beta bleibt da hängen.
Vorsichtig geht es über Betonhindernisse, Stapel von Baumstämmen und durch tiefe Spurrillen.








Bei der CRF macht sich die Bodenfreiheit bemerkbar. Manche Hindernisse gehen nur mit Schwung sonst arbeitet der Motorschutz hörbar.
Auf dem Foto sieht man nicht, wie tief und steil das ist..

Touchdown


Zum Trainingschluss dürfen wir noch eine Weile auf einen Teil der Cross-Strecke. Ich hole mir noch ein paar Tipps zur Korrektur der Fluglage und dann geht es auf die Sprunghügel. Die CRF fliegt. Und mit jeder Runde wird es erst sicherer und dann höher und weiter. Bald fahren wir die komplette Strecke, auch den Teil, wo ich mich morgens noch nicht hoch gewagt hätte. Selbst die 1200er GS Fahrer versuchen ihr Glück, meist mit Erfolg.

Selbst das korrigieren der Fluglage mit Gas und Bremse funktioniert wie erklärt.

Irgendwann siegt das Adrenalin über die Vernunft, ich denke noch: "Das war viel zu viel Gas" und die CRF steigt an einem steilen, langen Table viel zu hoch. Gefühlt bin ich ewig in der Luft. Ich schaffe es zwar auf beiden Rädern gleichzeitig zu landen, aber der Aufschlag ist hart. Der Lenker verdreht sich in der Klemmung bis zum Tank ich kann nur noch geradeaus fahren. Anhalten, Schrauben lösen, Lenker richten, festziehen und weiter. Diesmal aber wieder vorsichtiger.

Wahnsinn was diese kleine Karre alles kann. Obwohl mir alles weh tut muss Peter uns quasi von der Strecke runter jagen, wir finden kein Ende.

Am Ende sind alle happy, auch wenn einige BMWs etwas Plastik zerdeppert haben. Alle sind sich einig, das machen wir noch mal.
Ich schraube meine Spiegel an, helfe Jürgen die Beta auf den Anhänger zu werfen und fahre mit schmerzenden Muskeln in den Sonnenuntergang nach Hause.

Fazit:
Auch nach hunderten Kilometern Dreckfahren habe ich noch einiges dazu gelernt. Vor allem aber habe ich deutlich mehr selbstbewusstsein was ich und die CRF so alles schaffen können. Fehlt nur noch die Gelegenheit, das Gelernte regelmäßig zu vertiefen.

Außerdem brauche ich jemanden, der mitkommt um Fotos zu machen alle coolen Aktionen sind undokumentiert...

Donnerstag, 29. November 2018

Balkan TET 2018: Tag 10 Bar Nevesinje

Balkan TET 2018: Tag 10 Bar Nevesinje




Der nächste Morgen begrüßt und mit bestem Sonnenschein. Nach dem Frühstück beladen wir die Motorräder und fahren entland der Küste zum Fjord von Kotor.




In Lepetane nehmen wir die Fähre über den Fjord.
Auf der Fähre treffen wir auf ein Pärchen aus der Ukraine, die mit ihrer 400er Reiseenduro von Kiew.
Eine Geon 400 GT, nettes Mopped.

Nach der Fähre müssen wir uns von Jonathan verabschieden. Er fährt an der Küste entlang zu seinem Auto in Kroatien, wir wollen durch die Berge nach Bosnien.

Über die P11 fahren wir von Meereshöhe innerhalb weniger Kilometer auf 1000 Höhenmeter. Auf der gut ausgebauten Straße machen wir schnell Strecke. Für den Grenzübertritt ist ein winziger Grenzübergang in den Bergen geplant. Da es in der Gegend keine Tankstelle gibt wollen wir an der Hauptstraße noch mal volltanken.

Leider ist die einzige Tankstelle wegen Renovierung geschlossen.
Also Zeit, die Reichweite mit dem 12,5l Tourentank zu testen.

Die Schotterpiste zum Grenzübergang ist von 13h bis 15h voll gesperrt. Wir sind um 13h30 dort. Die Bauarbeiter lassen uns  trotz betteln nicht durch. Wahrscheinlich wird irgenwo gesprengt. Warten wollen wir nicht, also drehen wir um und nehmen die 60km Umweg in Kauf.

Auch der andere Grenzübergang liegt spektakulär in den Bergen. Nach der Ausreise aus Montenegro halten wir im Niemandsland und genießen die Aussicht.
Blick zurück nach Montenegro

Blick Richtung Bosnien & Herzegowina
Hier oben in der Hochebene weht ein strammer Wind. Da fällt es schon schwer die Kamera zu halten.

Zwischen den Grenzposten
Nach 2km im Niemandsland Reisen wir in Bosnien ein. Der Grenzer unterbricht schon nach 5min. Wartezeit sein Telefonat, um unsere Ausweise zu kontrolieren.

In Trebinje kann ich endlich tanken. keine 12l für 430km. Und ein halber Liter war noch im Tank.

Weiter geht es entlang des Bilecko-Seesn ach Norden

In Bileca machen wir bei einem italienischen Restaurant Pause und ordern den günstigsten Cappu der ganzen Tour: 2 Tassen für inges. 1€.

Und dann fährt er auf den Hof. Mein erstes Auto...
Ok meiner sah besser aus, als ich ihn verkauft habe. Aber das ist ja auch 20 Jahre her. Da er damals nach Sarajevo ging, schaue ich tatsächlich kurz ob es mein alter ist, aber ein paar Beulen an den richtigen Stellen fehlen.

Und wieder geht es in die Berge. Über gute Schotterstraßen schrauben wir uns die Berge hoch.



In Nevesinje angekommen fahren wir zur einzigen Unterkunft, die es bei booking in ganzen Region gibt. Da wir keinen Eingang finden können fragen wir einige Schüler, die uns eine Klingel zeigen. Da niemand öffnet fragen wir in einem nahen Laden und erhalten eine Visitenkarte mit Telefonnummer. Auch dort niemand zu erreichen.

In meinen OSM-Karten ist noch ein B&B angezeigt. Auch hier keine Schild, keine Klingel, nichts. Da es kein Anderes Haus hier gibt müssen wir an der richtigen Adresse sein. Ein Mann kommt über die Felder. Wir erklären mit Händen und Füßen, dass wir eine Unterkunft suchen. Er zeigt uns das Haus und es gibt tatsächlich jede Menge Zimmer. Und ein Bad auf dem Flur ohne Licht. Der Preis für eine Nacht ist 8€ für uns beide, wir bleiben hier.

Ich fahre noch schnell in die Stadt, etwas zum Abendessen kaufen. Auf der Suche nach einem Restaurant frage ich bei einer Polzeistreife am Straßenrand. Da ich die Wegbeschreibung nicht verstehe fahren sie mit Blaulicht vor mir her, falschrum durch die Einbahnstraße.
Ich bestelle eine große Portion Cevapi für 5 Mark und fahre zurück zur Unterkunft, wo ich schon mit Kaffee und Bier erwartet werde.

Hanjo mit unserem Vermieter
Eine Unterhaltung ist nicht möglich, wir essen und werfen uns einzelne Worte an den Kopf. Zumindest unsere Reiseroute können wir vermitteln. Völliges Unverständnis ernten wir, dass wir nach Mostar nicht über die Schnellstraße sonder über den Berg fahren wollen.
Beim Verdauungsspaziergang geht die Sonne hinter den Bergen unter. Da wollen wir morgen durch, der TET fängt quasi direkt hinter der Unterkunft an.
Unsere erste Unterkunft ohne Internet. Also geht es früh ins Bett, der Tag war lang.
Tag 9:

Freitag, 16. November 2018

Balkan TET 2018: Tag 9 Lovcen und Kotor

Balkan TET 2018: Tag 9 Lovcen und Kotor




Heute wollen wir ein bisschen ausspannen und ohne Gepäck Richtung Kotor fahren. Aber erst mal Frühstück.


Dann geht es von Bar hoch in die Berge. Langsam schrauben wir uns über eine kleine Nebenstraße hoch zu den Wolken.



Blick zurück nach Bar.
Auf der anderen Seite geht es wieder runter zum Shkodra-See. Am anderen Ufer sehen wir wieder die schneebedekten Berge in Albanien.
Shkodra-See
Wir fahren am Seeufer entlang nach Virpazar, einer Touristenfalle unten am See mit Bootsfahrten, Tourishops und Bussen voller Rentner. Jonathan findet endlich einen Geldautomaten, der seine Karte akzeptiert und außerdem wird es Zeit für einen Cappu und ein zweites Frühstück.
Und dann geht es wieder aufwärts Richtung Lovcen-Nationalpark.

Blick zurück zum See
Der Weg führt durch eine alte Trasse unterhalb der neuen Schnellstraße. Teilweise liegen Felsen auf dem Weg und Schlangen kriechen erschrocken von der Straße.
Im Lovcen Nationalpark fahre ich an paar parkenden Autos vorbei und bin plötzlich allein. Später erfahre ich das wohl ein paar Ranger aus dem Gebüsch gesprungen sind um Maut zu kassieren. Für mich waren sie wohl zu langsam...

2018
Hier habe ich schon 2016 Fotos von der Transalp gemacht. Damals hatten wir eine Tagesetappe mitSchnee und Hagel hinter uns und konnten uns hier endlich wieder aufwärmen.
2016
Diesmal ist alles entspannter und wärmer.


Oben am Parkplatz quetschen wir die Moppeds zwischen die parkenden Autos und erklimmen die Stufen zum Gipfel. Durch den Tunnel geht es zur Aussichtsplattform.

Man klettert quasi in die Wolken...

Oben erwartet uns dann eine fantastische Aussich in alle Himmelsrichtungen. Nur in der Bucht von Kotor scheinen ein paar Wolken fest zu hängen.













Da hinten versteckt sich da Fjord
Wir bleiben eine ganze Weile dort oben und lassen die Kulisse auf uns wirken.

Da hinten versteckt sich immer noch Kotor in den Wolken. Sieht aus als würde Jonathan den Ausblick in die Bucht verpassen.
Über einen schmalen, steilen Pfad geht es wieder zu den Motorrädern.


Am Aussichtspunkt kann man einen Blick ins Tal erhaschen.




Der Großteil der Aussicht bleibt uns leider verwehrt. Also fahren wir weiter ins Tal, um uns eine Festung an zu schauen.
Als wir uns Kehre um Kehre ins Tal schrauben reißen die Wolken auf...
... aber schon wenige Minuten später zieht sich alles wieder zu.


An der Festung steht ein altes Russengespann in Militäroptik.



Die Festung kann frei begangen werden. Bewohnt ist sie von zahllosen Schwalben und Fledermäusen, die einem ständig um die Ohren fliegen wenn man nicht rechtzeitig den Kopf einzieht. Man sieht noch deutlich, wo früher die Geschütze standen und die Bucht verteidigen sollten.








Der Tag neigt sich dem Ende und wir fahren im Feierabendverkehr entlang der Küste zurück nach Bar. Schön ist anders, aber wir kommen vorran. Noch schnell im Supermarkt etwas fürs Abendbrot gekauft und ab zur Unterkunft. Ich möchte noch schnell ins Meer, doch als in Badehose an der Felsentreppe stehe ist das abendliche Gewitter dicht herangezogen. Der Aufziehende Wind hat ein wenigen Minuten eine leichte Brandung entstehen lassen,
die an den Felsen hochspritzt. Also nur kurz die Füße ins Wasser halten, dann fallen auch schon die ersten Tropfen.

Kaum bin ich im Haus, schüttet es wie aus Eimern.


Also wieder Abendessen im Regen. Aber was für ein toller Fahrtag ohne Gepäck.
Hauptsache ein Dach überm Kopf


Tag 8:
Tag 10: