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Sonntag, 6. Oktober 2019

Beta Testtag MY 2020 Radevormwald

Beta Testtag MY 2020 Radevormwald


Letztes Jahr bin wegen des Regens nicht vom Sofa hoch gekommen. Aber dieses Jahr hatte ich mir fest vorgenommen, mal auf dem Crossplatz die Beta Testflotte durch zu probieren. Nach meinem Endurotraining in Voßwinkel fühlte ich mich zumindest in der Lage irgendwie über die Strecke zu kommen.

Also geht es um 13 Uhr mit der CRF auf den Weg nach Radevormwald. Es hat die letzten Tage viel geregnet, aber bei dem trockenen Untergrund durch die letzten Sommer wird es bestimmt noch nicht zu schlammig sein. Ich ziehe einfach die alte beige Pharaojacke an, dann kann mir der Dreck nix. Wie man sich doch irren kann.

Erster Fehler, trotz Funktionsunterwäsche friere ich mir auf den Höhenzügen von Sauer und Bergischem Land den Hintern ab. Wird Zeit das Windschild an der CRF zu montieren. Die Transalp hatte ich wegen des vielen Laubs auf der Straße zu Hause gelassen. Und Crosshelm mit Brille ist bei feuchten, windigen 5°C auch kein Spaß. Es war ein regelrechter Segen, wenn ich verkehrsbedingt mal unter 60km/h fahren musste. Dann konnte man sogar mal wieder die Lippen bewegen.

Genug gejammert. Kurz vor 14h bin ich am Ziel und hole mir meine Fahrerkarte. Haftungausschluss und Datenschutz unterschreiben und einen kurzen Blick auf die Strecke werfen. Wow ist ist die verspurt und schlammig.

Da steht der Fuhrpark und wartet darauf eingesaut zu werden. Vom 125er Zweitakter bis zum 480er Viertakter ist alles dabei.

So sauber werden wir die wohl heute nicht mehr sehen.

Während sich bei anderen Veranstaltungen alles um die großen und PS-starken Moppeds versammelt, zählt hier wohl nur das Gewicht. Die Viertakter werden weitestgehend ignoriert und wenn ich mir die Strecke so anschaue kann ich das nachvollziehen.

Noch sind alle sauber
 
Dann werden die Motoren gestartet und die Zweitakter knattern weiße Wolken in die Luft. Nachdem alle Maschinen einigermaßen warm sind stürzen sich die wartenden auf die leichten Zweitakter. Die 350 RR steht noch rum, also gebe ich meine Fahrerkarte ab und fahre als einer der ersten mit einem sauberen Mopped auf die mir völlig unbekannte Piste.
Aus der Entfernung wirkt alles ganz harmlos...
Weit vor mir sehe ich jemanden fahren, also geht es wohl erst mal da runter. Die steile Kuppe macht mir inzwischen keine Angst mehr, auch wenn der Gleichgewichtssinn schon auf Alarm schaltet. Die anderen sind hier gesprungen. Ich will aber gar nicht wissen, wie sich das anfühlt aus dieser Höhe da unten im Matsch zu landen. Nach dem Abhang kommt die erste Kehre und dann eine lange breite Gerade bergauf. Die Kiste trudelt im Matsch aber mit ein bisschen Gas wird alles etwas stabiler.

Die Kurven sind immer so etwas wie Entspannung, da gibt es schon eine Spur und in den hohen Anliegern kommt man mal kurz aus dem Schlamm raus.

Nach der ersten Runde
Die Pfützen zwischen den Sprunghügeln im unteren Teil der Strecke sind wahre Tauchbecken. Das Vorderrad verschwindet fast vollständig in diesem Brei aus Wasser und Schlamm. Mit der Transalp währe spätestens hier Feierabend, auch die CRF möchte ich hier mitmeinem Anakee Wild nicht fahren. Aber die leichte Beta und die Vollcrossreifen ziehen stur ihre Bahn. Leider habe ich jegliche Technik vergessen. Ich fahre die Kurven im Stehen und halte den Lenker viel zu verkrampft. Aber immerhin komme ich überall durch. Vorm letzten Table bringen mich einige Spurrillen aus dem Tritt, ich muss mich mit dem Fuß abstützen und komme kurz vor der Steilauffahrt zum stehen. Da ich keine Umfahrung sehe, setze ich alles auf Reifen und Mopped und versuche mein Glück. Das Vorderrad schafft es bis zur oberen Kante, dann bleibt die Fuhre stehen. Leider finden meine Stiefel keinen Halt am Steilhang als ich absteige, aber ich kann mich an der Beta festhalten. Jemand eilt mir zur Hilfe und gemeinsam kriegen wir den Rest des Moppeds über die Kante. Ich bin total ausgepowered und breche die Testrunde ab um erst mal was zu trinken.
Die 350RR nach meiner ersten Testrunde
 Also mache ich eine ausgedehnte Pause, schaue den anderen beim Fahren zu und warte darauf, dass die Strecke etwas abtrocknet.

Langsam bildet sich eine Spur, die etwas befahrbarer ist. Dafür sind die Schlammgruben im unteren Teil noch länger und tiefer geworden.


Manche Fahrer nutzen Streckenkenntnis oder ihr Können und fahren die Betas artgerecht während viele genauso vorsichtig wie ich unterwegs sind.

Und wenn man in den Schlammgruben das Gas so richtig stehen lässt, kann man sogar seine Klamotten komplett umfärben.







Ich treffe Peter, bei dem ich letztes Jahr das Endurotraining gemacht habe und frage noch mal etwas nach der richtigen Technik bei diesen Bedingungen. Das will ich jetzt ausprobieren. Also schnappe ich mir die 390RR. Diesmal denke ich auch daran, meine Kamera einzuschalten.






























Leider steht die noch auf Zeitraffer (F*ck!) weil ich zuletzt 2 Stunden Sonnenuntergang an der Ostsee (siehe unten) aufgenommen habe.













Jetzt klappt es gleich etwas besser. Vor den Kurven setze ich mich hin und bringe so viel Gewicht wie möglich auf das Vorderrad. Auf den Geraden mehr Gas und Vorderrad entlasten. Jetzt bin ich so schnell, dass ich vor Kurven auch mal die Bremse einsetzen muss und an den Sprunghügeln abhebe. Man bekommt Vertrauen in sich und die Maschine. Ich mache ein paar Pausen und schaffe 2 komplette Runden. Trotzdem schmerzen die Unterarme vom verkrampften Festhalten. Knieschluss hab ich wieder die meiste Zeit vergessen.




 Danach sind Mensch und Maschine am Dampfen.

Nach vielen interessanten Gesprächen haben sich die Unterarme wieder erholt. Die 125er ist immer noch nur mit Warteliste zu haben. Aber die X-Trainer ist frei. Also starten wir einen weiteren Versuch.

Ca. 15kg weniger, immer mehr Mut, langsam macht es Spaß. Jetzt muss ich sogar manchmal Schalten. Der Motor ist echt interessant. Nicht auf maximale Leistung sondern auf Drehmoment getrimmt und mit großer Schwungmasse. ein Zweitakter, der einen Viertakter imitiert. Das gefällt mir. Jetzt muss ich vor jeder Kurve bremsen. Als das Vorderrad die Seitenführung kurz verliert, ist es mir egal und wird mit nem Gasstoß gekontert. Mit mehr Fitness könnte mir das hier richtig Spaß machen. Als ich mich in einer tiefen Spurrille abstützen will bin dafür viel zu schnell, so schnell kann ich nicht laufen. Aber im tiefen Schlamm kann man wohl nicht Kippen, die Fuhre wird am Ende der Furche wieder stabil. Und nix davon auf dem Video.

Aber Spaß hat es gemacht. Nur meine Füße sind schwer, die Stiefel wiegen mit dem Schlamm ein gefühltes halbes Kilo mehr pro Seite.

Als ich den Händler frage, ob das Heck der X-Trainer auch Gepäck kann, sagt er mir, dass hätte noch niemand gefragt. Beim Endurowandern hat der Kolben locker über hundert Stunden Standzeit, das sind bei einer Balkanreise leider trotzdem nur knapp 14 Tage. Die CRF bleibt wohl noch eine Weile mein treuer Schlechtweg-Begleiter.


Wir quatschen noch lange, bis ich realisiere, dass schon fast alle weg sind. Ich hole schnell meinen Ausweis ab und gebe die Fahrerkarte ab.

Danke an alle, die dieses Event organisiert haben.

Dann geht es auf den Heimweg, der Himmel ist inzwischen aufgerissen und taucht alles in ein tolles Licht. Aber saukalt ist es immer noch.
 Auf winzigen Straßen finde ich den Weg nach Hause.
Die CRF habe ich mit dem Schlamm an meinen Klamotten eingesaut und selbst am Ende der Rückfahrt ist er auf der Hose noch nicht eingetrocknet.





















Donnerstag, 11. Juli 2019

Zubehör: Schluss mit rostig, Edelstahlkrümmer für die CRF

Zubehör: Schluss mit rostig, Edelstahlkrümmer für die CRF

Obwohl ich im letzten Winter kaum bei Schnee unterwegs war sieht auch in diesem Jahr der Krümmer wieder schlimm aus.








Naja, etwas Schnee und Salz war ja schon dabei, zum Beispiel im Februar, als mir an meinem Mazda der Ladeluftkühler explodiert war.




















Der Rostwandler und der neue Auspufflack im Herbst haben zwar an vielen Stellen einen guten Job gemacht, aber im Steinschlagbereich und auf der Oberseite des Rohrs war es teilweise wieder heftig oxidiert.


Nach dem entrosten hatte ich letztes Jahr den Rest mit Rostwandler behandelt, lackiert, mit der Heißluftpistole den Lack eingebrannt.

 
 Und dann natürlich die Einbrennrunde...
Das Beste am Lackieren: Die Einbrennrunde
Minimaliststisch und fast 600g leichter
2017 hatte ich über Ebay einen wirklich tollen Edelstahlkrümmer aus Polen bekommen, der leider entgegen der Aussagen doch nicht für meine 2012er CRF gepasst hat. Dabei war der Carbon Hitzeschutz so schön und 89€ ein Bombenpreis. An der 2017er CRF hätte er gepasst.
Aber passt leider nicht
Der Krümmer von Arrow ist schon deutlich teurer und dann muss man noch den Hitzeschutz anpassen oder neu kaufen. Bei Faddybike hab ich dann ein Modell gefunden, dass eine Schraubenaufname bietet um den originalen Schutz zu verwenden und der Preis von 126,50€ mit Porto war auch OK.
Nächster Kandidat:
Nach Bestellung und PayPal-Zahlung bekam ich eine Mail, dass der Krümmer erst in 2 Wochen lieferbar ist. Aber das Warten hat sich gelohnt. Eine neue Krümmerdichtung habe ich auch geordert, die Alte war nach den vielen Demontagen nicht mehr dicht.

Also erst mal den alten Krümmer runter und die hintere Hitzeschutzbefestigung demontiert. Die Schlauchschelle ist ziemlich vergammelt, da ist eine neue fällig. Die Befestigung wird passend zum Edelstahl kurz entrostet, mit silbernen Zinkspray lackiert und am neuen Krümmer befestigt.

Die alte Krümmerdichtung war dermaßen breitgedrückt, dass sie nur mit langer Frickelei zu lösen war.

Neue Dichtung rein und Krümmer montiert. Sieht schon mal gut aus.





















Noch den Hitzeschutz dran und die Proberunde kann beginnen.
Schon nach wenigen Kilometern ist der silberne Glanz weg und der Krümmer bekommt etwas Farbe.

Zur Technik:

Mit 858g ist der Edelstahl-Krümmer genau 300g leichter als das Original. Der Innendurchmesser ist laut Hersteller etwas größer als beim Original, einen Unterschied in Leistung oder Drehmoment habe ich in keinem Drehzahlbereich gespürt.

Die Maßhaltigkeit von meinem Exemplar ist einwandfrei, Schweiznähte und Material scheinen in Ordnung.

Dank der neuen Krümmerdichtung ist meine CRF wieder superleise, der kernige Einzylindersound ist zum Glück verschwunden.
1158g nach Demontage aller Anbauteile








Sonntag, 23. Juni 2019

Angefahren: Avon Trailrider auf der Transalp

Angefahren: Avon Trailrider auf der Transalp


Nachdem ich zum Dreckfahren die CRF habe, soll die alte Dame mal ein wenig geschont werden. Daher habe ich mir mal die Erfahrungen mit diversen straßenorientierten Reisenduroreifen angeschaut. Beim Wolf bin ich auf den Avon Trailrider gestoßen.

Der K60 knapp über...
...und unter der Verschleißmarke
Der K60 Scout hinten war nach etwas unter 10tkm Laufleistung teilweise außerhalb der gesetzlichen Vorgaben. Der K60 vorne (ohne Scout also grobstollig) kann noch ein wenig.




















 
Da mein Schrauber keine Avon-Reifen bei seinem Großhändler bestellen kann soll ich die Reifen selbst besorgen. Also beim Online-Reifenonkel mit Bündelrabatt einen Satz für 156€ bestellt.

Prompt wurde geliefert. Also Hinterradraus und ab zum Stoppelhopser. Erste Rückmeldung, der Reifen ist deutlich schwerer als der Alte. Ob durch den geringeren Anteil an Negativprofil oder mehr Metall im Reifen, kann ich nicht sagen.

Also Rad eingebaut und am nächsten Morgen ab zur Arbeit. Über Nacht hatte es kräftig geregnet und die Straßen waren entsprechend nass. Teilweise war auch Schlamm oder Schotter auf die Fahrbahn gespült. Perfekte Bedingungen für einen nicht eingefahrenen Reifen.

Wieder erwarten zeigte sich der Reifen bei 6°C und Nässe vom ersten Meter an von seiner besten Seite. Kein Rutschen beim Beschleunigen aus der Schräglage und selbst Schotter auf der Fahrbahn ist nicht schlimmer als mit ner Softstolle.

Und dann natürlich das herrliche Gefühl nach langer Zeit mal wieder einen perfekt runden Hinterreifen zu fahren. Der K60 hatte kurz vor Ende schon ein spürbares Aufstellmoment. Ich hoffe das wird mit dem Avon besser, der soll ja an den Flanken eine weichere Gummimischung haben, die dann u.a. auch schneller verschleißt. Dadurch sollte sich der Reifen in meiner Gegend eigentlich nicht eckig fahren.

Erster Dreckweg
Kurven habe ich ja auf dem Weg zur Arbeit einige, aber leider fahren auch noch andere um diese Uhrzeit. Trotzdem habe ich nach 30km den großteil der Lauffläche mal kurz am Boden gehabt. Im Kreisverkehr hat sich sogar die Fußraste gemeldet.

Auf dem Weg nach Hause bin ich kurz vom Weg abgekommen und im Dreck gelandet. Feuchter Schotter ist gut machbar, das nasse Gras zwischen den Fahrrillen und Schlammpfützen sorgen schnell für den Verlust der Seitenführung. In Verbindung mit dem K60 vorne kann man mit einem leichten Gasstoß schnell ins driften kommen. Aber dafür ist der Reifen ja nicht gedacht.
Erster Riss im Profil nach unter 100km
Inzwischen bin ich mit dem Reifen fast 1000km gefahren und auf der Straße ist er einfach ne Wucht. Leider fehlt mir der Vergleich zu anderen Straßenreifenfür Enduros aber mir fallen keine Schwächen auf. Auch trockene Dreckwege sind kein Problem. Mal sehen ob es zusammen mit dem Trailrider vorn noch besser wird. In Situationen (Beschleunigen in Schräglage) wo der K60 deutlich den Grenzbereich anzeigte oder schon etwas wegschmierte hält der Avon super die Spur. Ich habe nur keine Ahnung, ob der Reifen irgendwann ohne Vorwarnung wegrutscht, wie es dem ersten Anakee oft nachgesagt wurde. Ich werde berichten.

Laut Prospekt 10,5mm Profil. Etwa 6 am Rand.



Bis jetzt aber, trotz des leichten Risses im Profil nach der ersten Fahrt erst mal ein klares "Daumen hoch".





Mittwoch, 12. Juni 2019

Fernweh, Blick zurück

Fernweh, Blick zurück


Findpenguins erinnert mich gerade täglich an unsere Reise zum ITT 2017 in Polen.

Kurz vorm Ziel, Nahe Litauen
Wolfsschanze, Wahnsinn in Beton gegossen


Beim stöbern durch die Bilder kriegt man wieder Fernweh.

Wolfsschanze, ein Biberbau am Wegesrand, Regen, verschlammte Waldwege. Die letzten Kilometer entlang der kaiserlichen Bahnlinie. Soviele Eindrücke an nur einem Tag.
















Biberspuren am Wegesrand
Und am Ende der Tour entschädigt der Himmel mit einem tollen Himmel und einer verrückt schönen Unterkunft.
Regenhose aus...

... und los!


Also Gepäck abladen und noch ein wenig über die die nassen Sand und Schotterwege der Umgebung fahren.