Translate

Mittwoch, 1. Januar 2020

Saisoneröffnung 2020

Saisoneröffnung 2020


Nachdem ich vorgestern noch eine schöne lange Tour durch das Bergische und das Sauerland gemacht habe, wollte ich zum Jahresbeginn wenigstens ein wenig für meine nächste Balkantour trainieren.

Also ging es über stark gesalzene und teilweise glatte Straßen zu einem Übungsgelände, wo man ein paar kleine Auffahrten und etwas Trial üben kann.

Das Eis auf der Riesenpfütze wollte aber die CRF noch nicht tragen. War aber ganz schön schwer wieder weg zu kommen, wenn das Vorderrad eingebrochen ist und das Hinterrad auf dem Eis steht. Weder Füße noch Reifen finden irgendwo Halt.

Aber dafür gibt es schöne Bilder, habe ich ja schon einmal am 1. Januar gemerkt.

Zu Hause dann alles mit der Gießkanne abgespült um wenigstens etwas vom Salz wieder los zu werden.

Mittwoch, 18. Dezember 2019

Balkan TET 2018: Mit der CRF bis Albanien

Balkan TET 2018: Mit der CRF bis Albanien

In den Bergen Albaniens

2016 sind wir nach dem internationalen Transalptreffen am Plattensee weiter Richtung Süden bis nach Montenegro gefahren. Ich hatte in einem CRF250 Blog tolle Bilder vom Durmitor und Kotor gesehen und wollte da unbedingt mal hin. Auch unser Rückweg über Bosnien und Herzegowina war unvergesslich. Auch wenn ich auf einigen Passsagen lieber mit meiner damals neuen CRF als mit der schweren Transalp unterwegs gewesen wäre. (Reisebericht Balkan 2016)
Mit der Transalp auf dem TET nahe Mostar

Nach dem Umbau der CRF250L zur Reiseenduro hatte sie dann 2017 im Baltikum ihre Reisequalitäten bewiesen (Reisebericht Baltikum 2017). Nun sollte es wieder über den Balkan gehen. Bis Albanien und Zurück über den Trans Euro Trail, der einen dort in beeindruckende und abgelegene Regionen führt. Oft weit Abseits des Tourismus.
Von Nevesinje nach Mostar

Nach ziemlich genau 3000 Zweiradkilometern, davon weit über die Hälfte auf nicht asphaltierten Straßen in 13 anstrengenden und tollen Fahrtagen kann ich sicher sagen:

Fahrt da hin, solange es noch so ursprünglich ist. 

Beeindruckende Landschaften, freundliche hilfsbereite Menschen und Wege, die einem Endurowandern wie im Paradies erscheinen lassen.
Durmitor Nationalpark

Hier geht es zu den einzelnen Reiseberichten:

Tag 0: Die erste Panne
Tag 1: Anreise Sauerland -> Zabok
Tag 2: Ein unerwarteter Reisegefährte Zabok -> Šišava
Tag 3: CRF goes Olympiabobbahn in Sarajevo, Šišava -> Bastasi
Tag 4: Weiterer Mitfahrer, Schnee in Montenegro Bastasi -> Kolasin
Tag 5: Nationalpark Biogradska Gora, Neue Seidenstraße auf dem TET
Tag 6: Kurvenzauber in Albanien,Schneechaos auf dem Weg nach Theth, Kolasin -> Boga
Tag 7: 100km Kurven, bis zur Grenze zum Kosovo Boga -> Aste
Tag 8: Valbona Valley National Park , mit der Fähre durchs Hochgebirge Aste -> Bar
Tag 9: Tour ohne Gepäck, Lovcen und Kotor
Tag 10: Abschied, auf dem Weg ins bosnische Hinterland: Bar->Nevesinje
Tag 11: Im bosnischen Monument Valley: Nevesinje => Blidinje Nature Park
Tag 12: TET Abenteuer, Straßensperren und ein feuchtes Ende Blidinje-Sipovo
Tag 13: Pliva Springs, Reperatur mit Müll vom Straßenrand, Sipovo => Gornji Rakani
Tag 14: Keine Münzen für den Fährmann, zurück zum Anhänger, Gornji Rakani => Zabok


Tipps:

Generell:
  • Da wir regelmäßig das Land gewechselt haben, habe ich kein Geld umgetauscht. Ich hatte viele kleine €-Scheine dabei, es hätten aber noch mehr sein müssen. 
  • Zahlen mit Mastercard war meist kein Problem, nur in Albanien waren an den Tankstellen angeblich immer die Terminals defekt.
  • Der TransEuroTrail (TET) führt nur selten über Hauptstraßen, daher sollte man früh nachtanken wenn sich die Gelegenheit bietet
  •  Essen: Wenn man kein Vegetarier ist, ist der Balkan ein Traum. Würzige und gegrillte Speisen gibt es überall für kleines Geld. Auch gegrilltes Gemüse ist der Hammer.

Kroatien:
  • Zahlen mit Euro zu schlechtem Kurs möglich
  • Kartenzahlung meist möglich
  • An den Hauptstraßen dichtes Tankstellennetz

Hier haben wir Auto und  Anhänger stehen gelassen.
Das Hotel Hotel Castle Gjalski liegt kurz vor Zagreb nah an der Autobahn und bietet einen geschützten Parkplatz im Innenhof. Essen und Personal sind super nett und wir durften dort kostenlos 2 Wochen parken wenn wir die erste und letzte Nacht der Reise dort verbringen.

Bosnien & Herzegowina:
  • Zahlen mit Euro gut möglich (BiH hat die Mark zum bekannten Wechselkurs von 1,95...)
  • Bis auf wenige Ausnahmen touristisch kaum erschlossen. Auf der Strecke Banja Luca => Sarajevo gab es z.B. auf über 100km keine Unterkunft, die wir über das Internet finden konnten.
  • Die Leute waren überall sehr freundlich, es ist aber erschreckend, wie tief noch immer der Hass auf andere Bevölkerungsgruppen ist. 
  • Regelmäßig sieht man zerschossene Häuser und entlang der innländischen Grenze zur Republik Srpska waren zusätzlich Häuser mit Parolen besprüht
  • Minenwarnschilder sind ernst zu nehmen. Wege und Trampelpfade sind Ok, auch gemähte Wiesen.
  • Querfeldein durch Wälder und hohes Gras würde ich meiden
Übernachtungsempfehlung:
Nah am TET sind wir bei Familie Djukic abgestiegen. Einfach aber freundlich und gemütlich. (Tag12) Nach der Regenfahrt gab es erst mal was zum Aufwärmen (Bild)



Montenegro
War für mich schon 2016 eine Offenbarung. Eins der schönsten Motorradländer in Europa. Atemberaubende Berge, Meer, Urwälder und selbst in Nationalparks legales Offroadvergnügen. Und natürlich der einzige Fjord im Mittelmeer!

  • Montenegro hat den Euro als Währung
  • Kreditkarte wird fast überall angenommen
  • Küste ist dicht besiedelt, im Hinterland einsame Bergstrecken
  • Keine Minen
Übernachtungsempfehlung:
Apartmani Ljubinka Bakic Kolasin
Herzliche ältere Dame, die sich toll um ihre Gäste kümmert (Tag5&6)





Albanien
Wir haben nur einen kleinen Teil bereist, aber die Landschaft war der Hammer besonders Theth und das Valbona-Tal. Die Fahrt mit der Fähre über den Koman-See ist auf jeden Fall ein Highlight.
  • Zahlen mit Euro gut möglich
  • Kartenzahlung an der Tankstelle war nirgendwo möglich obwohl ausgeschildert (angeblich kein Internet, der Tankwart wollte lieber beim Wechselkurs bescheißen)
  • Freundliche und hilfbereite Menschen, an Hauptstraßen und Touristenorten wird versucht zu betrügen
Übernachtungsempfehlung:
Das Aste Guesthouse war ein tolle Überraschung. Freundliche muslimische Gastgeber nahe dem Valbona-Tal und der Grenze zum Kosovo. Nagelneue Betten (die Besten der ganzen Reise) und saubere moderne Zimmer. Der Vermieter ist auch Bergführer, eine Preisliste liegt aus, kein Nachverhandeln.(Tag7)


Ausblick:
Während ich die letzten Zeilen schreibe plane ich schon für nächstes Jahr. Das ITT findet dann in Griechenland statt.

Die Gelegenheit alles verpasste Nachzuholen und manches zu wiederholen.

Außerdem wird die Liste der bereisten Länder erweitert. Serbien, Kosovo, Mazedonien sind für die Anreise gesetzt. Auf dem Rückweg will ich ab Albanien über den TET bis nach Bosnien. Hoffentlich hält mich der Schnee dann nicht so oft auf wenn ich 3 Wochen später unterwegs bin.


Montag, 16. Dezember 2019

Werkstatt: Steuerkettenspanner nachstellen

Werkstatt: Steuerkettenspanner nachstellen


In letzter Zeit ist mir beim Warten an der Ampel manchmal ein klackern aufgefallen. Als wäre es ein Zündaussetzer, aber die Drehzahl fällt dabei nicht ab. Aufgrund einiger Berichte über Probleme mit dem Steuerkettenspanner hatte auch ich den im Verdacht. 

Also am Sonntag mal den Ton aufgenommen:

Mit dem Mikro direkt am Zylinder ist das Geräusch besonders deutlich wahrzunehmen.

Kürzlich hatte ich in einem Forum diesen Tipp gelesen. Also nach der Tour den Motor etwas abkühlen lassen, die Abdeckung abgeschraubt und einen passenden Schraubendreher gesucht.

Den in den Spanner gesteckt und den Motor gestartet. Das klackern ist weg, Schraubendreher raus und es ist wieder da.

Im Text steht man soll durch drehen des Schraubendrehers die Vorspannung ändern. Aber nicht in welche Richtung. Ich versuche es im Uhrzeigersinn.Obwohl der Schraubendreher in die Ausgangslage zurückdreht bleibt der Motor danach leise. Werde das die nächsten Wochen im Auge behalten.

Evtl. bestelle ich mir auch noch einen neuen Spanner.

Nachtrag:
Heute mit dem Mopped zur Arbeit, nix zu hören...

Samstag, 2. November 2019

Herbst: Hunting the light (9)

Herbst: Hunting the light (9)


Gefrorene Tautropfen im ersten Sonnenlicht.
Im Frühjahr war ich zur besten Zeit für Inversionswetter-Fotos ja im Allgäu. Leider ohne Mopped, aber da habe ich ja eh rund um die Uhr gearbeitet.

Letzte Woche waren dann aber alle Rahmenbedingungen gegeben um Fotos zu machen, die mich quasi dazu zwingen hier unter dem Header "Hunting the light" festgehalten zu werden. Temperaturen um den Gefrierpunkt, feuchte Luft im Tal und kaum Wolken. 

Montag war die Nebelobergrenze noch teilweise noch sehr weit oben. Nur an wenigenStellen war ich komplett aus der Suppe raus, aber wenn, war es kalt und klar.
Die Straßen waren aber trocken und griffig. Auch das Laub hatten die Herbstwinde von der Straße gekehrt.

Nachdem am Dienstag hohe Wolken Sonnenaufgangsfotos unmöglich machten, war es Mittwoch noch kälter aber wieder schön.
Dank Windschild und 3-Fingerhandschuhen ist der Fahrtwind zu ertragen.
 Langsam kriecht die Sonnenscheibe über den Horizont.


 Hat schon was unser Sauerland.
Da kommt man doch gerne ein paar Minuten später zur Arbeit. Leider wird die Sonne schon nächste Woche zu spät für mich aufgehen.

Einen großen Teil meines Arbeitsweges fahre ich auf den Höhenwegen der Gebirgszüge und habe nach links und rechts einen tollen Blick in die, oft nebeligen, Täler. Aber in Ruhe Fotos machen geht hier am besten. An anderen Stellen läuft man oft Gefahr von anderen, die die Aussicht ebenfalls ablenkt, über den Haufen gefahren zu werden.

Und nachdem auf dem Weg zur Arbeit die Sonne links spektakulär aufgeht, geht sie auf dem Nachhauseweg auf der anderen Seite oft ebenso wieder unter.




Falls jemand nen schönen Bildschirmhintergrund sucht, ich kann da gerne was in hoher Auflösung via Mail versenden...

Wer sich noch nicht zu Tode gelangweilt hat, hier noch mehr Bilder...










Sonntag, 27. Oktober 2019

Ghosttown Tour (Garzweiler)

Ghosttown Tour (Garzweiler)


Facebook erinnert mich gerade an unsere Ghosttown-Tour. Schon über 7 Jahre ist es her, dass wir mit dem Transalp-Stammtisch unsere Tour um Garzweiler mit einem einheimischen Führer gemacht haben. Noch vor Sonnenaufgang bin ich mit der Alp bei Temperaturen um 0°C über die Autobahn nach Düsseldorf gefahren.







Das erste Mal habe ich mich bei der Navigation auf  mein Smartphone (3,5" Sony Experia U, was waren meine Augen da noch gut...) verlassen. Winterhandschuhe, Heizgriffe, trotzdem brauchte ich erst mal nen heißen Cappu an der Tanke wo wir uns treffen wollten.

Dann ging es mit der inzwischen kompletten Gruppeaus der Stadt raus Richtung Garzweiler. Erster Halt an der neuen Wolkenfabrik. Die Wolken der Kraftwerke legen um diese Jahreszeit die halbe Region in den Schatten.

An einer sonnigen Stelle lesen wir uns ein paar RWE-Jubeltafeln durch, bevor es zur Aussichtplattform am Nordrand des Tagebaus geht.

Wie eine klaffende Wunde in der Erde erstreckt sich der Tagebau bis zum Horizont im Süden. Der Dunst wabert an diesem kalten Tag durch die Grube, doch der eisige Wind pustet ihn regelmäßig davon, so das man mit dem Tele die einzelnen Bagger nah ran holen kann. Erst zu Hause sehe ich alle Details.


Auf der einen Seite werden die Erdschichten und die Kohle weggebaggert und über Fließbänder abtransportiert.

Was nicht verbrannt werden soll, wird über weitere Fließbänder dann wieder zu anderen Maschinen gebracht, die damit dann wieder ein neues Ufer aufschütten.




 Der Wind sorgt auch dafür, dass wir die Helme auf behalten während wir lesen, wie tief das Loch liegt und wie riesig die Bagger sind. Sieht aus wie bei einer Mondexpedition.
Kleiner Rundblick über das Loch. Von der Wolkenfabrik bis zum Nordrand...


Weiter geht es zu einem der Dörfer, die dem Untergang geweiht sind. Wir fahren an einer Kirche vorbei vor der gerade die Gräber geleert wurden. Sieht aus wie die Kulisse aus einem Zombiefilm. Fotos haben wir aber keine gemacht. Wir halten auf der menschenleeren Hauptstraße. Die meisten Häuser sind verlassen, die Fenster zugenagelt.
Die meisten Straßen Richtung Tagebau sind gesperrt, aber einige Feldwege dürfen befahren werden, bis wir an einem Erdwall enden.

Dahinter hören wir den Bagger.
 Und je näher man kommt, um so größer wird das Ding.
Auge in Auge mit dem Monster. Ich bin beeindruckt von der Technik, auch wenn der Bagger in den wenigen Minuten, die wir vor Ort viele Kubikmeter Landschaft verschwinden lässt.


Danach fahren wir in einen der neuen Orte, in denen ein Teil der Umgesiedelten neue Häuser gebaut hat. Steril wie jedes Neubaugebiet. Die alte Dorfstrucktur ist verloren. Ich kann mir gar nicht vorstellen wie es wäre wenn mein Heimatort zerstört würde und alle Erinnerungen an die Kindheit ausgelöscht.

Das einzig positive aus Endurofahrersicht ist die Endurostrecke  in einem der Löcher. Hier schauen wir uns vom Rand noch ein Rennen an, bevor es im Sonnenuntergang frierend nach Hause geht.

Letzte Woche war ich nach 7 Jahren mit dem Auto da. Die besichtigten Dörfer sind weg und die nächsten werden abgerissen. Das Loch ist gewandert. Wo damals der Aussichtspunkt war läuft jetzt eine Autobahn auf dem aufgeschütteten Teil.
Die neue Autobahn



Blick vom Skywalk im Süden