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Sonntag, 10. Februar 2019

Winterpendeln

Winterpendeln

Nachdem mir am Auto der Ladeluftkühler geplatzt ist, muss ich aktuell mit dem Mopped zur Arbeit. Mal wieder bei einem Wetter, bei dem ich eigentlich nicht mehr mit dem Zweirad fahren wollte.

Morgens im Dunkeln bei Nieselregen und 2°C durchgeschüttelt von Sturmböhen, die einen die ganze Straßenbreite nutzen lassen. Dafür war ich bergab aus Angst vor Glatteis aber so langsam, dass ich für die Wildschweinrotte nicht mal bremsen musste.

Aber Abends ist es ja schon wieder länger hell und wenn sich die Sonne kurz durch die Wolken zeigt, macht alles wieder Spaß.

Also kurz in einen Feldweg mit Aussicht eingebogen, um Mopped und Licht auf den Speicher zu bannen.
2mm Profil sind zu wenig
Durch den Regen ist der Schnee aber extrem schwer und pappig. Der Vorderreifen greift zwar ganz OK, trotzdem habe ich Probleme zu wenden ohne abzusteigen.

Der Anakee Wild ist nach inzwischen 6500km hinten auch nicht mehr ideal. Selbst beim Umrunden der Maschine leg ich mich fast in den Schnee, da auch die Moppedstiefel rutschen.

Abseits derSpurrillen geht bei 30cm nassem Altschnee gar nix.
Das war am vorletzten Wochenende bei satten Minusgraden und Pulverschnee besser.


Mehr zum Winterfahren habe ich HIER zusammengeschrieben.

Naja, morgen soll es noch mal schneien und dann wärmer werden. Und der neue Ladeluftkühler für die Dose ist auch schon da...

Ach, und die ersten selbgefahrenen 20tkm auf der CRF sind jetzt auch um. Da schreibe ich die Tage auch noch was zu.


Dienstag, 22. Januar 2019

Balkan TET 2018: Tag 14 Gornji Rakani => Zabok

Balkan TET 2018: Tag 14 Gornji Rakani => Zabok



Letzter Fahrtag mit den Moppeds.

Nach dem Frühstück packen wir die Moppeds und wollen zahlen. Beim Zimmer kein Problem, aber das Abendessen müssen wir bar zahlen. Dabei gehen unsere letzten Euromünzen drauf.

Ein letztes Mal das Gepäck festschnallen, dann starten die Motoren. Auch wenn Kroatien am anderen Flussufer liegt, müssen wir erst ein paar Kilometer bis zu nächsten Grenzübergang in Novi Grad fahren.

Bei der Ausreise dann die erste Iritation. Der Bosnische Grenzer liest beim HU Datum falsche Jahr und will mich nicht passieren lassen. Dabei muss ich mit CRF erst wieder 2020 zum TÜV. Erst nachdem er sich aus seinem Häuschen bewegt und die Plakette geprüft hat, darf ich ausreisen.

Wir nähern uns Zagreb von Südosten. Dadurch fahren wir auf Nebenstraßen durch eine nette Hügellandschaft und nicht über die Hauptstraßen, wie auf dem Hinweg.

Nachdem wir uns über eine halb verwitterte Straße einen Hügel erklommen haben, stehen wir vor dem ersten "Durchfahrt verboten Schild" unserer Reise. Alle Alternativen würden einen Umweg von mehr als 60km bedeuten, also testen wir erstmal die Lage.

Wir folgen der der Straße in Tal. Ab und zu stehen Baumaschinen im Wald neben der Straße oder der nahe Bach hat Steine auf die Straße gespült. Auch wenn es manchmal aussieht als wäre die nächste Brücke gesperrt, kommen wir überall durch.
Später führt uns der Track über einen staubigen Schotterweg entlang des Flusses Kupa. Ein Picknick am Ufer scheidet aus, die Minenwarnschilder sind überall.
Westlich von Zagreb führt uns der Track der kurviger-App wieder in die Berge über schmale, steile Wege fahren wir zwischen alten Bauernhöfen oder schicken Villen hindurch. Dabei gibt es immer wieder nette Ausblicke.
Noch 20km Luftlinie bis zum Ziel. Leider ist die geplante Brücke ein Fähre. Bargeld haben wir nicht mehr. Also fahren wir zur einzigen Brücke in der Gegend. Dafür muss man entlang einer Bahnlinie fast bis ins Zentrum von Zagreb, über die Gleise und dann alles wieder zurück. Alles im dichten 3spurigen Stadtverkehr. Ahhhhhhhhhh!

Obwohl die Strecke weitgehend reizvoll ist, sind wir im "Nach-Hause-Modus", daher gibt es auch kaum Fotos.

Endlich sind wir am Hotel.

Auto und Anhänger sind noch da. Irgendwo unter dem Staub.

2933km Balkan liegen hinter uns. Auch wenn man vor lauter Staub den Kilometerstand kaum lesen kann. Was für eine Tour.
Ich nehme das Gepäck vom Mopped und habe das Gefühl, die CRF streckt sich, Befreit von der Last.

Der Reifen hat sich super gemacht. Schnee, Geröll, Schotter und maximale Schräglage auf Asphalt, alles perfekt gemeistert.


Ich fahre noch schnell mit dem Wagen zur Tankstelle an der Autobahn und dann wird es Zeit die Moppeds zu verladen, morgen warten 1100km Autobahn auf uns.


Das Provisorium hat gehalten



Da wir jetzt quasi Stammgäste sind, bekommen wir eine Suite zum Doppelzimmerpreis.

Also geht es aufs Zimmer, duschen und in bequeme Kleidung schlüpfen. Danach geht es auf die Terrasse, noch mal den tollen Grillteller bestellen und bei einer Flasche Bier die Reise in Gedanken noch mal durchgehen.















Tag 13:



Samstag, 5. Januar 2019

Balkan TET 2018: Tag 13 Sipovo => Gornji Rakani

Balkan TET 2018: Tag 13 Sipovo => Gornji Rakani

Am nächsten Tag liegt der Fluss weiterhin ruhig vor uns.
Nachdem die Motorräder beladen sind, setzen wir uns auf die Terasse und stärken uns mit Kaffee, Omlett und Schafskäse. Der Opa des Hauses hat gestern und heute Brettchen und Schalen aus Holz mit Säge und Flex gefertigt, poliert und mit Speiseöl geölt. Zum Abschied schenkt er uns je ein Exemplar. Auch wenn ich kaum Platz im Gepäck habe bin ich sehr gerührt und freue mich über die hübsche Schale.

Mal wieder eine tolle Unterkunft. Auch ohne das Geschenk, habe ich mich bei der Familie Đukić stets willkommen und umsorgt gefühlt. Ein bisschen so, wie bei Oma zu Besuch. Sollte ich noch einmal in die Gegend kommen, werde ich wieder hier einkehren.
Also nenne ich  das jetzt einfah mal WERBUNG!
Household Đukić


Auf Maps habe ich gesehen, was der "tolle Ort" ist, der uns gestern empfohlen wurde. Der Fluss vorm Haus kommt hier direkt aus dem Berg. Das will ich mir natürlich ansehen.

 Wir folgen dem Fluss so lange es geht. Die Mühlen sind hier einfach in den Berg gebaut. Das Wasser quillt aus dem Boden und treibt die Wasserräder im innern an.

An der Quelle angekommen strömt der Fluss mit großem Getöse direkt aus der Felswand. Ziemlich beeindruckend.



 

Dann geht es auf die Motorräder, auf nach Nordwesten.

Die Kurviger-App hat uns eine schöne Strecke zusammengerechnet. Über kurviege Nebenstraßen geht es durch die Berge, bis uns der Kaffeedurst nach einer Stunde zum Halten zwingt. In einer verrauchten Bude am Straßenrand wird etwas Schoko-Kaffeegemisch in ein Glas mit heißem Wasser geschüttet. Naja, wenigstens war es nicht teuer...
In einem wunderschönen Tal möchte ich ein Foto machen, als Hanjo merkt, dass die Hinterradbremse nicht richtig arbeitet. Ein Teil des Bremsgestänges hat sich durch den Bolzen gefräst, der dann verloren ging.

Wir nutzen die Müllproblematik im Balkan zu unserem Vorteil, auf 10m am Straßenrand findet sich genug Material, um den Schaden zu reparieren. Auf 1km hätten wir genug gefunden, um ein neues Motorrad zu bauen.

Neben unzähligen Ölflaschen (15W40 kostet weniger als Cola) finden wir eine Blechdose, die wir mit Zange und etwas Kabelbinder in ein hochwertiges Provisorium verwandeln.

Schon idyllisch hier...



13 Tage Balkan hinterlassen Spuren an Mensch und Material...

Langsam nähern wir uns der kroatischen Grenze. Obwohl ich der Kurviger-App sogar Hauptstraßen erlaubt hab, geht es in einer Ortschaft unvermittelt geschottert weiter. So lange man nicht hinter einem Auto in der Staubwolke hängt geht das, aber mein Mitfahrer hatte ja Offroad untersagt.
Wir einigen uns darauf, dass wir ja auf einer Hauptstraße fahren. Also geht es durch duftende Akazienwälder weiter.
 Eine Stunde später eine Pause an einem Unterstand in den Hügeln.

Um 16h sind wir dann an unserem Motel. Wie schon so oft in diesem Urlaub verdunkelt sich der Himmel und die ersten Tropfen fallen vom Himmel.
Der Inhaber ist selber Motorradfahrer und bietet uns an, die Moppeds am überdachten Grillbereich abzustellen. Außerdem gibt es für Motorradfahrer noch einen Rabatt auf den Booking-Preis.
 Danach sitzen wir mit ihm noch ein wenig auf der Terasse und erzählen von unserer Tour.
Am anderen Ufer ist bereits Kroatien. Nach dem Duschen wandere ich noch ein wenig durch den großen Park. Sogar einen Strand gibt es hier.

Der Grillteller für 15 Mark...
Beim Abendessen wird noch mal über den Tag gesprochen. 200km, davon 50km Schotterautobahn. Obwohl wir durch einige nette Ecken gefahren sind, sind die Berge nur noch Hügel und außerdem ist Rückweg immer irgendwie doof.

Die XT zickt auch etwas mit der Elektrik. Damit die Batterie vernünftig geladen wird, fährt Hanjo meist ohne Licht.

Morgen geht es Richtung Zagreb, wo das Auto (hoffentlich) auf uns wartet.


Tag 12:

Tag 14: