Transbalkan 2022 Tag 2: TET Kroatien Teil2
Wir improvisieren in unserer Wohnung ein Frühstück aus Resten vom Grillteller und ein paar Kleinigkeiten aus dem Supermarkt. Dann geht es zur Tankstelle. 263km sind wir gestern gefahren. Heute soll es bis zum Ende des TET Krotien an der bosnischen Grenze gehen.
Über die Hauptstraße geht es bei grauem Himmel Richtung Osten. Über diese Straße fahren die Touristen von der Küste zum Nationalpark Plitvicer Seen. Dementsprechend voll ist es. Irgendwann geht es rechts auf kleine Nebenstraßen und der TET führt uns wieder in eine einsame Gegend. Bei der ersten Pause erzähle ich von einer Doku, die ich über diese Gegend gesehen habe und dass hier Bären und Wölfe leben. Kurze Zeit später passieren wir einen komplett ausgeweideten Schafskadaver.
Dann steht die nächste Entscheidung an. Folgen wir dem TET oder machen wir einen kurzen Abstecher zur Željava Air Base die ich mir schon 2016 mal angeschaut habe.
Je weiter wir uns auf dem Weg zur Airbase von der Küste entfernen, um so schlechter wird das Wetter. Als wir an der Douglas C-47 B Dakota 71212 YAF am Rand des Flugfeldes ankommen, ist das Flugzeug umlagert von einer serbischen Jugendgruppe. Aber schon kurze Zeit später haben wir die Maschine für uns alleine. Wahnsinn wie sich das hier in den letzten 6 Jahren verändert hat. Die C47 ist inzwischen fast komplett mit Aufklebern bedeckt und weitere Teile sind entfernt. Aber die Einschusslöcher sind noch zu sehen und auch die Minenwarnschilder auf dem Weg zu den Bunkereingängen sind noch da.
Da es anfängt leicht zu Regnen fahre ich ich diesmal in den Bunker. Im Scheinwerferlicht kann man wenigstens brauchbare Fotos machen. Wir erkunden mit unseren Handylampen ein wenig die Bunkeranlage in der einmal bis zu 80 MIGs untergebracht waren.
Danach nutzen wir natürlich die Gelegenheit auf dem Flugfeld über die Startbahn zu heizen und die CRFs mal bis zur Endgeschwindigkeit auszufahren. ;-)
Auf dem Weg zurück zum TET geht es in leichtem Nieselregen zurück in die Berge. Nachdem wir die Hauptstraßen um die Plitvicer Seen verlassen haben wird es wieder einsam. Es geht durch ein weites Tal und sanfte Grashügel. Nur den Weg dürfen wir hier nicht verlassen, hier war Kampfgebiet und überall gibt es Munitionsreste.
Im nächsten Tal dann keine Warnschilder mehr dafür Einsamkeit und Weite. Das letzte Auto ist schon eine Weile her, der Asphalt endet hier. Keine Zäune bis zum Horizont. Was man sieht kann man mit der CRF auch erreichen.
Manche Bergspitzen verschwinden in den Wolken, aber wir bleiben vom Nebel verschont. Kaum habe ich erwähnt, dass wir noch gar nicht von Hunden angefallen wurden, führt der Track durch einen Bauernhof und 7 Hunde in allen Größen heben verschlafen ihre Köpfe...
![]() |
| Suchbild: wer findet alle 7 Hunde? |
Und so geht es den ganzen Nachmittag weiter. Über die nächste Hügelkette, durch das nächste Tal immer nach Osten, immer einsam und wunderbar.
Und dann kommt der beschrankte Bahnübergang im Nirgendwo, den ich schon auf diversen Videos gesehen. Auch wenn auf dieser Seite noch ein brauchbarer Schotterweg ist, direkt nach den Gleisen wird der Weg zum steilen Singletrack mit einer fiesen 180° Kehre und tiefhängenden Ästen.
Erst oben auf dem Berg werden die Wege wieder breiter. Vor lauter Fahrfreude habe ich den Blick auf das Navi vernachlässigt, aber nach etwas such sind wir wieder auf dem Track.
Der letzte Hügel ist genommen. Der Berg vor uns in den Wolken ist schon Bosnien, da fahren wir morgen rüber.
Die Sonne steht schon tief, wir fahren entlang der Bahnlinie Richtung Knin. Beim letzten Fotostop sage ich, dass ich die Drohne steigen lassen möchte, Wind frischt auf, es wird nur ein wackeliges Handyvideo.
Ankunft in Knin nach. Unsere Ferienwohnung hat sogar eine Garage, die kleine Katze der Besitzer versucht dauenrd in in die Wohnung zu kommen und hat mit einer Mischung aus niedlichkeit und beharlichkeit auch kurz Erfolg. Im WLAN schnell das nächste Restaurant gesucht und auf geht es in die Stadt.
Mittelmäßiges Abendessen auf der Terasse an der Hauptstraße. Es sind auffällig viele Crosser unterwegs. Wahrscheinlich eine Rally in der Nähe.
Insgesammt sind wir heute 273km gefahren und waren knapp 10 Stunden unterwegs.




















Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen
Durch die Nutzung der Komentarfunktion werden die hier gemachten Angaben gespeichert. Siehe auch die Datenschutzerklärung.