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Donnerstag, 29. Januar 2026

Transbalkan 2022 Tag 2: TET Kroatien Teil2

 

Transbalkan 2022 Tag 2: TET Kroatien Teil2

Wir improvisieren in unserer Wohnung ein Frühstück aus Resten vom Grillteller und ein paar Kleinigkeiten aus dem Supermarkt. Dann geht es zur Tankstelle. 263km sind wir gestern gefahren. Heute soll es bis zum Ende des TET Krotien an der bosnischen Grenze gehen.

Über die Hauptstraße geht es bei grauem Himmel Richtung Osten. Über diese Straße fahren die Touristen von der Küste zum Nationalpark Plitvicer Seen. Dementsprechend voll ist es. Irgendwann geht es rechts auf kleine Nebenstraßen und der TET führt uns wieder in eine einsame Gegend. Bei der ersten Pause erzähle ich von einer Doku, die ich über diese Gegend gesehen habe und dass hier Bären und Wölfe leben. Kurze Zeit später passieren wir einen komplett ausgeweideten Schafskadaver.
Dann steht die nächste Entscheidung an. Folgen wir dem TET oder machen wir einen kurzen Abstecher zur Željava Air Base die ich mir schon 2016 mal angeschaut habe.

Je weiter wir uns auf dem Weg zur Airbase von der Küste entfernen, um so schlechter wird das Wetter. Als wir an der Douglas C-47 B Dakota 71212 YAF am Rand des Flugfeldes ankommen, ist das Flugzeug umlagert von einer serbischen Jugendgruppe. Aber schon kurze Zeit später haben wir die Maschine für uns alleine. Wahnsinn wie sich das hier in den letzten 6 Jahren verändert hat. Die C47 ist inzwischen fast komplett mit Aufklebern bedeckt und weitere Teile sind entfernt. Aber die Einschusslöcher sind noch zu sehen und auch die Minenwarnschilder auf dem Weg zu den Bunkereingängen sind noch da. 
 
Zum Abschluss doch noch fast alleine...
 
Da es anfängt leicht zu Regnen fahre ich ich diesmal in den Bunker. Im Scheinwerferlicht kann man wenigstens brauchbare Fotos machen. Wir erkunden mit unseren Handylampen ein wenig die Bunkeranlage in der einmal bis zu 80 MIGs untergebracht waren.

Danach nutzen wir natürlich die Gelegenheit auf dem Flugfeld über die Startbahn zu heizen und die CRFs mal bis zur Endgeschwindigkeit auszufahren. ;-)
 
Auf dem Weg zurück zum TET geht es in leichtem Nieselregen zurück in die Berge. Nachdem wir die Hauptstraßen um die Plitvicer Seen verlassen haben wird es wieder einsam. Es geht durch ein weites Tal und sanfte Grashügel. Nur den Weg dürfen wir hier nicht verlassen, hier war Kampfgebiet und überall gibt es Munitionsreste.

 
 
Im nächsten Tal dann keine Warnschilder mehr dafür Einsamkeit und Weite. Das letzte Auto ist schon eine Weile her, der Asphalt endet hier. Keine Zäune bis zum Horizont. Was man sieht kann man mit der CRF auch erreichen.
 
 Der TET führt uns in den Wald und es geht steil bergauf. Oben angekommen dann eine tolle Aussicht.
 Manche Bergspitzen verschwinden in den Wolken, aber wir bleiben vom Nebel verschont. Kaum habe ich erwähnt, dass wir noch gar nicht von Hunden angefallen wurden, führt der Track durch einen Bauernhof und 7 Hunde in allen Größen heben verschlafen ihre Köpfe...
Suchbild: wer findet alle 7 Hunde?

Und so geht es den ganzen Nachmittag weiter. Über die nächste Hügelkette, durch das nächste Tal immer nach Osten, immer einsam und wunderbar.

 

Und dann kommt der beschrankte Bahnübergang im Nirgendwo, den ich schon auf diversen Videos gesehen. Auch wenn auf dieser Seite noch ein brauchbarer Schotterweg ist, direkt nach den Gleisen wird der Weg zum steilen Singletrack mit einer fiesen 180° Kehre und tiefhängenden Ästen.
 
Erst oben auf dem Berg werden die Wege wieder breiter. Vor lauter Fahrfreude habe ich den Blick auf das Navi vernachlässigt, aber nach etwas such sind wir wieder auf dem Track.
 
Der letzte Hügel ist genommen. Der Berg vor uns in den Wolken ist schon Bosnien, da fahren wir morgen rüber.
 
Die Sonne steht schon tief, wir fahren entlang der Bahnlinie Richtung Knin. Beim letzten Fotostop sage ich, dass ich die Drohne steigen lassen möchte, Wind frischt auf, es wird nur ein wackeliges Handyvideo.


Ankunft in Knin nach. Unsere Ferienwohnung hat sogar eine Garage, die kleine Katze der Besitzer versucht dauenrd in in die Wohnung zu kommen und hat mit einer Mischung aus niedlichkeit und beharlichkeit auch kurz Erfolg. Im WLAN schnell das nächste Restaurant gesucht und auf geht es in die Stadt.

Mittelmäßiges Abendessen auf der Terasse an der Hauptstraße. Es sind auffällig viele Crosser unterwegs. Wahrscheinlich eine Rally in der Nähe.
 
Insgesammt sind wir heute 273km gefahren und waren knapp 10 Stunden unterwegs. 

 
 














Dienstag, 27. Januar 2026

Transbalkan 2022: Anreise

Transbalkan 2022: Anreise 

Anstatt die über 1000km am Stück zu fahren, wird die Anreise in 2 Etappen aufgeteilt. Erst geht es mit einer CRF bis Ingolstadt, dann zu zweit weiter nach Slowenien.

Die CRF wird schon am Vorabend verladen, damit es am nächsten Tag entspannt losgehen kann.

Bloß nichts vergessen, bei der Anhängeranreise bleibt ja gerne etwas von der Motorradkleidung zurück. Mit Helm, Stiefel und Sicherheitkleidung ist der Kofferraum auch schnell voll.

Der Wetterbericht sagt im Zielgebiet einen Temperatursturz von aktuell 40°C auf erträgliche 23 bis 28°C voraus. Trotzdem lasse ich das Windschild der CRF abgebaut. Das bedeutet zwar weniger Wetterschutz, dafür aber bessere Durchlüftung auf den anspruchsvollen TET Passagen.

Während NRW einer Wüstenregion gleicht, ist in Bayern ab Nürberg Monsunregen. Der letzte Kreisverkehr vorm Ziel ist teilweise geflutet und ich teste die maximale Wattiefe des Outlanders. 

In einer kurzen Regenpause wird die eine CRF ab und dann beide CRFs wieder aufgeladen. Nach einer kurzen Nacht mit schnurrenden Wärmflaschen auf meinem Schlafsack geht es dann auf die nächste Etappe.

Nach nervenden Staus auf der Strecke München Salzburg geht es ab Östereich flott voran und abends sind wir in Slowenien in Novo Mesto, wo wir unsere Moppeds abladen und Auto und Anhänger für 2 Wochen abstellen können.

Nach einem reichhaltigen Abendessen geht es noch in die schöne Altstadt mit open air Kino und Livekonzert.


 

Wer ein empfehlenswertes Hotel für die Anreise kurz vor der kroatischen Grenze sucht:

 

Auto und Anhänger konnten wir kostenlos auf einem Parkplatz hinter dem Hotel, abseits der Hauptstraße, sicher abstellen.

Tag1:Von Novo Mesto nach Otočac; Erster Schotter



Balkan TET 2022: Ein steiniger Weg

 Balkan TET 2022: Ein steiniger Weg

 


2022 sollte es wieder in den Balkan gehen. Das Überstundenkonto war gut gefüllt, ich war diesmal also nicht auf die Brückentage im Frühjahr angewiesen um 2 Wochen Urlaub nehmen zu können. Nachdem ich 2018 große Teile des TET wegen Schnee nicht befahren konnte, wollte ich diesmal in den Spätsommer bzw. Frühherbst anvisieren. 

Über eine Anfrage in meiner Twitter-Mopped-Bubble war ein Mitfahrer schnell gefunden und die Planung konnte losgehen.

Ziel war es, den Trans Euro Trail in Krotien, Bosnien & Herzegowina und Montenergro komplett zu befahren und auch noch etwas von Albanien mit zu nehmen.

Bis Slowenien sollte es mit dem Anhänger gehen, und dann mit dem Mopped auf Nebenstraßen zur Grenze nach Kroatien. Ab da dann nur noch auf dem TET.

Der TET Kroatien war Ideal zum Einsteigen, erst 1A Schotterwege mit langsam anziehenden Schwierigkeitsgrad. 


 

Auch die ersten Passagen in Bosnien waren noch einfach, aber einige Passagen hatten es in sich. Mit der Transalp wäre ich nicht alles gefahren bzw. nicht so entspannt.


 

Montenegro ist dann in jeder Hinsicht der Hammer. Hochgebirge, traumhafte Aussichten,  sehr anspruchsvolle Abschnitte, die je nach Wetterlage auch mal unpassierbar werden können.


 

In Albanien waren wir nur kurz. Die damals frisch geteerte Theth Nordrampe ist zwar landschaftlich immer noch umwerfend, aber an einem Sonntag zwischen Q7 und S-Klasse mit hochglanzpolierten Alufelgen die  Hölle. Vor allem wenn dann im Ort der Asphalt endet und die Fahrer einfach stehen bleiben um den Lack nicht zu gefährden.

Insgesammt  werden es 2900km mit sehr hohem Schlechtweganteil (GS Fahrer würden "Offroad" sagen)

Wieder ein unvergessliches Erlebnis, auch Dank meines unkomplizierten Mitfahrers, der klaglos jede noch so fragwürdige Routenwahl mitgemacht hat und um den ich mir fahrtechnisch nie Sorgen machen musste. 

 

Waldorf und Stadler in Albanien

Unsere CRFs haben sich hervorragend geschlagen, könnte mir kaum ein besseres Fahrzeug für diese Gegend vorstellen. Wir haben viele TET Fahrer getroffen, die nach Tagen der Schinderei neidisch auf unsere kleinen tapferen Motorräder geschaut haben...


 Ich werde hier in den nächsten Monaten die Reise-Berichte über die einzelnen Abschnitte verlinken und wüsche viel Spaß bei lesen...

Die Anreise: Durch Regen und Stau nach Slowenien

Tag1:Von Novo Mesto nach Otočac; Erster Schotter

Tag2: Von Otocac nach Knin inkl. Željava Air Base